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Lothar Nettelmann Einleitung: Schüleraustausch - warum mit Polen? Für jeden für uns, der einen Austausch mit einer Schule in einem fremden Land anstrebt, stellt sich die Frage, worin die besondere Bedeutung der Wahl dieser oder jener Stadt besteht. Die traditionellen Schulpartnerschaften mit England oder Frankreich ließen sich didaktisch und methodisch leicht begründen. Gleiches gilt für die beliebten London- oder Parisfahrten. Der Besuch der Stätten des Altertums ist ebenfalls durch Griechisch und Latein gut begründbar. Eine andere Intention haben bereits die Partnerschaften zwischen Bildungseinrichtungen in Ostfriesland, der Grafschaft Bentheim mit denen der Niederlande. Sie dienen eindeutig dem Aussöhnungs- und Normalisierungsprozeß zwischen Jugendlichen oder bereits im Beruf stehenden jungen Erwachsenen beider Länder. Diese primäre Aufgabe gilt heute als erledigt, die fruchtbare Zusammenarbeit ist geblieben. Mit Bildung des Deutsch-Französischen Jugendwerkes erlangten die auf schulischer und universitärer Ebene bereits funktionierenden Kontakte mit Frankreich, die von Beginn an neben dem Lernziel Sprache und Kultur in den historischen Prozeß deutsch-französischer Aussöhnung einmündeten, den tragenden organisatorischen Rahmen sowie die staatlichen Unterstützungen. Man bedenke dabei, daß erste vorsichtige Ansätze in den späten zwanziger Jahren der kulturellen Zerstörung durch die Nazis zum Opfer gefallen war. Mit England gab es seit den frühen fünfziger Jahren eine Institutionalisierung von Schüleraustauschfahrten, oft im Zusammenhang mit neu entstandenen Städtepartnerschaften. Dies gilt vor allem für den norddeutschen Raum - die Anstöße gingen dabei oft von den ehemaligen britischen Besatzungsbehörden aus. Bei den unsere östlichen Nachbarn Polen betreffenden Aktivitäten werden alle Ansätze, die über das Erlernen und Üben einer Sprache hinausgehen, in besonderem Maße deutlich. Bei unseren Studienfahrten und Austauschprogrammen wurden die folgenden in das deutsch-polnische historische Verhältnis eingebundenen Aspekte deutlich:
Die Aufsätze der hannoverschen Kollegen stellen selbstverständlich keine schulsoziologischen Untersuchungen dar. Sie sind Berichte und Reflektionen aus der pädagogischen Praxis. Aus den unterschiedlichen Akzenten wird zugleich die Differenziertheit der Arbeit mit Polen deutlich wie auch die Vielfalt der Zusammenarbeit mit polnischen Kolleg(-innen) und Schüler(-innen). Die Verfasser der Texte sind zumeist Mitglieder der Deutsch-Polnischen Gesellschaft Hannover oder arbeiten mit ihr im Bereich der Jugend und Bildung zusammen. Die Aufsätze der polnischen Kollegen stellen eine Ergänzung aus polnischer Sicht dar. Beispielhafte Reiserouten sowie organisatorische Hinweise runden das gesamte Werk ab. Sicherlich werden künftig neue private polnische Reiseveranstalter als Anbieter auf dem deutschen Markt erscheinen. Von den Verfassern können die bewährten Kontakte, JUVENTUR und POLORBIS, empfohlen werden. Die von der Aktion Sühnezeichen angebotenen Aufenthalte werden ebenfalls über j JUVENTUR abgewickelt. Alle polnischen Reiseunternehmen werden im Laufe des Jahres 1990 in die vollständige wirtschaftliche Selbständigkeit überführt. Sie werden entweder in AG's oder GmbH's umgewandelt. Dieser Prozeß ist normal und längst überfällig. Die Kooperation mit finanzstarken westlichen Partnern, wie wir sie in Polen auch auf dem Dienstleistungssektor beobachten, muß positiv gesehen werden, auch im Hinblick auf unsere künftige Zusammenarbeit. Die sicherlich in den neunziger Jahren erfolgenden Angebote neuer Reiseunternehmen sollten jeweils gut geprüft werden und vor allem bei besonders preisgünstig erscheinenden Angeboten eine vertrauensvolle, unabhängige Auskunft eingeholt werden, um unangenehmen und folgenschweren Erfahrungen vorzubeugen. Lothar Nettelmann
Aleksandra Hoffmannowa: Neue Freundschaften (1991) Gertrud Irmler: Eine polnische Dorfgemeinschaft lädt Hannoveraner ein (1992) Phoebe Koch: Verständigung – auch ohne Worte (1993) Aleksandra Hoffmannowa: Ein Brief aus Polen... (1991) Lothar Nettelmann: Perspektiven für die neunziger Jahre im Jahre 1990 Henryk Wolkonskis: Ist der Weg deutsch-polnischer Verständigung am Ziel? Reflexionen 19924
Alle Rechte vorbehalten. Verwendung im Bereich von Schule und Hochschule ist zugestanden. Nachdruck nur mit Genehmigung der Autoren bzw. des Herausgebers. Zitate bitte mit vollständigem Quellennachweis. Internetpublikation auf http://www.polen-didaktik.de August 2009
Verantwortlich: Gerhard Voigt, OStR i.R.
bismarckschule.voigt@gmx.de http://www.unesco-club-hannover.de Vgl. dazu Impressum Überarbeitet August 2009 |
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Bearbeitungsstand: 10. August 2009 URL: http://www.polen-didaktik.de Verantwortlich: Gerhard Voigt, vgl. Impressum eMail: bismarckschule.voigt@gmx.de |