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Zeitgeschichtliche Notiz 1990

Inhaltsübersicht über diese Publikation

Impressum für diese Veröffentlichung

Ein historisches Dokument aus der "Wendezeit" 1989/90, das die deutsch-polnischen und europäischen Perspektiven einer Umbruchzeit verdeutlicht und auch die noch bestehenden Reise- und Kontaktprobleme vor allem zwischen Schulen und Schülergruppen ins Gedächtnis ruft, dabei aber die historische Bedeutung der deutsch-polnischen Beziehungen und der Aufarbeitung der Zeitgeschichte auch an den Schulen hervorheben soll!
Die Mehrzahl der ursprünglichen Beiträge wurde 1989 vorgelegt, z.T. zur ersten Publikation 1990 aktualisiert. Die zweite, revidierte Ausgabe erschien 1993 mit zusätzlichen Beiträgen und z.T. überarbeiteten Fassungen der ursprünglichen Artikel. Wo dies von zeitgeschichtlichem Interesse zu sein schien, wurden beide Fassungen in diese Internetpublikation mit aufgenommen. Die Titelseiten und das Impressum der Neuauflage können hier eingesehen werden > Titel 1993.

Junge Deutsche und Polen begegnen sich

Schüleraustausch und Studienreisen

Herausgegeben von Lothar Nettelmann und Gerhard Voigt mit einem Vorwort von Herbert Schmalstieg, Oberbürgermeister der Landeshauptstadt Hannover

Zur Neuauflage 1993

Die Herausgabe von Aufsätzen über die aktuelle Situation in Polen mit dem Anspruch auf Umsetzbarkeit in eigene Reisevorbereitungen, Schul­­part­nerschaftsprogramme und Schüleraustauschvorhaben zwischen Polen und Deutsch­land wird von den Umwälzungen in der Politik und in der Si­tua­tion in beiden Ländern immer wieder eingeholt.

Schon die Redaktionszeit für die erste Auflage machte damals noch ak­tuelle Angaben zu der Visapflicht, den Zoll- und Meldebestimmungen hin­fällig. Der Umbruch in Polen hatte begonnen mit all seinen politischen und sozialen Konsequenzen. Zwischen den ersten Entwürfen und dem Ab­schluß der Manus­kripte im Frühjahr 1990 vollzieht sich aber auch in Deutsch­land ein demo­kra­tischer Umwälzungsprozeß, der in der Geschichte be­züg­lich sei­nes Ablaufes keine Parallelen aufweist.

Die politischen Ereignisse überlagern die Zeit, in der in kollegialer Ar­beit Satz, Korrekturen und Formatierung der Texte erfolgen. Bei Druck­le­gung der ersten Auflage im Herbst 1990 ist bereits der endgültige Eini­gungsprozeß durch Bei­tritt der Deutschen Demokratischen Repu­blik zur Bun­desrepublik Deutsch­land vollzogen.

Die in die Texte einbezogenen Vergleiche mit der Situation in der da­ma­ligen DDR und erst recht der bürokratischen Schwierigkeiten, die durch die DDR an der Peripherie unserer Jugendbegegnungen immer wie­der auftauchten, sind nun endgültig Geschichte geworden.

Wo ent­spre­chen­de Berichte im allgemeinen Textzusammenhang auch in der vor­lie­gen­den Neuauflage nicht überarbeitet und ersetzt werden konn­ten, sind sie jetzt in anderer Weise, nämlich als historische Be­din­gun­gen für die „Auf­ar­bei­tung“ der ge­samt­deutsch-polnisch gewordenen Beziehun­gen, zu lesen und zu verstehen. Sie sind auf keinen Fall für die „Ablage“ be­­stimmt, sondern haben in ihrer neuen Qualität historische Bedeutung gewon­nen.

Die Verfasser haben sich entschieden, die 1989 und 1990 gewähl­ten, die DDR betreffenden Wertungen Formulierungen nicht umzuschreiben, eben­­so­wenig wie für damalige Reisen signifikante Beobachtungen und Wer­tun­gen in der Volksrepublik Polen. Die jeweiligen Gedanken sollen als Do­ku­­ment dieser Umwäl­zungsperiode erhalten bleiben. Doch werden sie durch ak­tuelle Einschätzungen wo notwendig ergänzt. Dagegen werden ver­altete prak­tische Reisetips ersatzlos herausgenommen, da die Rei­se­praxis heute die Normalität anderer Reiseländer erreicht hat. Dabei wird auch auf an­de­re Publikationen mit „Serviceteil“ hingewiesen werden, so z.B. auf die ak­tuellen Hefte von »Praxis Geographie« [an dem Gerhard Voigt mit­ge­ar­bei­tet hat], »Merian« oder die »Aktuellen Ostinformationen« aus Vlotho.

Die Aktualität des Themas »Schüleraustausch mit Polen« hat jedenfalls kei­ne Einbuße erfahren. Wir stehen vor einer Überleitung zu neuen zu­sätz­­lichen Aufgaben auf der Ba­sis der in den vorliegenden Arbeiten dar­ge­stellten Sachlage und Problematik. Gerade das Wiedererstarken vor­ur­teils­belasteter rückwärtsgewandter nationalistischer bis rechtsradikaler Ideo­logien, die anachronistische Wiederbelebung ethnischer Konflikte und Volks­tumsvorstellungen und die zunehmende Gewaltbereitschaft in einer zer­fallenden Politischen Kultur machen neue und unkonventionelle, en­ga­gier­te Aktivitäten über die Staatengrenzen auch für die Schule zu einer zen­tralen Aufgabe interkulturellen Lernens.

Auch dieser neue, weitere Rahmen, der von uns in der Bismarckschule Han­nover schon in der UNESCO-Projektschul-Arbeit antizipiert worden ist, hat als Gegenbewegung zu den beängstigenden gesellschaftlichen Ent­wick­lun­gen gerade in den letzten Jahren seit der Erstauflage dieses Heftes in der pädagogischen Öffentlichkeit wachsende Aktualität erhalten; daß im nie­dersächsischen Kultusministerium wie in der Lehrerfortbildung des »nli« jetzt neue personelle Voraussetzungen für eine aktive Betreuung des interkulturellen Lernens geschaffen wurden – was sich auch und ge­ra­de in der Förderung der Polenaktivitäten positiv auswirkt – ist ein Licht­blick, dem hoffentlich, vielleicht auch gestützt durch diese Publikation, wei­tere Aktivitäten und Initiativen folgen werden.

Hannover, im Mai 1993

Lothar Nettelmann / Gerhard Voigt

Vorwort

Dem Thema „Schüler- und Jugendaustausch“ hatte die Deutsch-Pol­nische Gesellschaft Hannover ein Symposium gewidmet, das anläß­lich der deutsch-polnischen Woche in Hannover stattfand und von einer Ausstellung in den Räumen der Bismarckschule begleitet wurde. Damit unterstrich die Gesellschaft einmal mehr, daß ein we­sentlicher Schwerpunkt ihrer Aktivitäten dem Bereich der Jugend und Bildung gilt.

Sie unterstützt so auch die Ziele der Städtepartnerschaft zwi­schen Hannover und Poznan, für deren Auf- und Ausbau die Begeg­nungen von Jugendlichen aus beiden Städten einen besonderen Stel­lenwert besitzen.

Es ist mein Wunsch, daß die Aufsätze und Reiseberichte deutscher und polnischer Lehrer, die als Ergebnis des Symposiums vorliegen, einen Eindruck von den Erfahrungen vermitteln, die junge Menschen aus der Begegnung und den Kontakten miteinander gewonnen haben. Zugleich sollen sie den in der Jugendbildung Tätigen Anregungen geben und zur intensiven Beschäftigung mit unserem unmittelbaren Nachbarland im Osten anregen. So können sie einen Beitrag dazu lei­sten, daß die Zahl der Begegnungen und Kontakte zwischen jungen Deutschen und Polen verstärkt und ausgebaut werden.

Es sind die jungen Menschen, die entscheidend zum Bau des ge­meinsamen Hauses Europa beitragen und denen nun, angesichts des Wan­dels, der in Mittel- und Osteuropa eingetreten ist, eine besondere Aufgabe zu­kommt. Gegenseitiges Kennenlernen, partnerschaftlicher Meinungs- und Erfahrungsaustausch schaffen dafür die Grundlage. Bildungsar­beit, sei es im schulischen, kirchlichen oder politischen Bereich, kann dabei Unterstützung leisten und Hilfestellung geben und so entste­hende Probleme und zu erwartende Belastungen sowie mögliche ne­gative Erscheinungen verhindern helfen.

Es ist mein Wunsch, daß die gemeinsame Arbeit zum Wohle der jungen Menschen in Deutschland und Polen, die im Mittelpunkt der Begegnungen zwischen jungen Menschen aus beiden Ländern steht, erfolgreich fortgeführt werden kann. Dazu wünsche ich allen Betei­ligten auch künftig viel Freude und ein glückliches Gelingen und hoffe zugleich, daß diese Publikation dabei helfen möge.

Herbert Schmalstieg, Oberbügermeister von Hannover

Zeitgeschichtliche Notiz 1990

Zwischen den ersten Entwürfen und dem Abschluß der Manus­kripte im Frühjahr 1990 vollzieht sich in Deutschland ein demo­kra­tischer Umwälzungsprozeß, der in der Geschichte bezüglich sei­nes Ablaufes keine Parallelen aufweist.

Die politischen Ereignisse überlagern die Zeit, in der in kollegialer Arbeit Satz, Korrekturen und Formatierung der Texte erfolgen. Bei Drucklegung im Herbst 1990 ist bereits der endgültige Eini­gungsprozeß durch Beitritt der Deutschen Demokratischen Repu­blik zur Bundesrepublik Deutschland vollzogen.

Die in die vorliegenden Arbeiten einbezogenen DDR-spezi­fi­schen Belange an der Peripherie unserer Jugendbegegnungen sind Geschichte geworden. Sie sind jetzt als historische Be­din­gun­gen im Rahmen der „Aufarbeitung“ neu in den jetzt in den ge­samt­deutsch - polnisch gewordenen Bezugsrahmen ein­zu­be­zie­hen. Sie sind auf keinen Fall für die „Ablage“ bestimmt, sondern mit neuer Qualität zur historischen Bedeutung geworden.

Die Verfasser haben sich entschieden, die 1989 und 1990 gewählten, die DDR betreffenden Formulierungen nicht umzuschreiben. Die jeweilige Gedankenführung soll als Dokument dieser Umwäl­zungsperiode erhalten bleiben.

Die Aktualität des Themas hat keine Einbuße erfahren. Wir stehen vor einer Überleitung zu neuen zusätzlichen Aufgaben auf der Ba­sis der in den vorliegenden Arbeiten dargestellten Sachlage und Problematik.

Zu unserer großen Freude ist in Polen die Aufhebung der Visa­pflicht verfügt worden.

Die Verfasser

Anmerkungen

1 Unter Einbeziehung eines Aufsatzes »Zu den gesellschaftlichen Rahmenbedingun­gen deutsch-polnischer Jugendarbeit als Folge des politischen Paradigmen­wech­sels in Po­len und ihrer Bedeutung für die Träger politischer Bildung in Deutsch­land« in: »po­litik unterricht aktuell«, 2/93, Verband der Politiklehrer e.V., Han­nover

2 Neufassung eines Aufsatzes »Der 1. September 1939 – Mahnung und Ver­pflich­tung« in: »politik unterricht aktuell«, September 1989, Verband der Politiklehrer e.V., Hannover; nachgedruckt in den »Mitteilungen des UNESCO-Clubs für die UNES­CO-Schule Hannover, Bismarckschule Hannover, e.V.«, 1989

3 Der vorliegende Aufsatz ist eine ergänzte und aktualisierte Kurzfassung aus Ger­hard Voigt und Lothar Nettelmann: Die Arbeit einer UNESCO-Schule, Oldenburg 1990 (Oldenburger Vor-Drucke; Heft 98/90), S. 35 ff.

4 Aus: »politik unterricht aktuell«, 2/93, Verband der Politiklehrer e.V., Han­nover

Inhaltsverzeichnis

Herbert Schmalstieg: Vorwort

Zeitgeschichtliche Notiz 1990

Lothar Nettelmann: Einleitung: Schüleraustausch - warum mit Polen?1

Zur Konzeption

Lothar Nettelmann: Einleitung 1993. Zu den gesellschaftlichen Rahmenbedingungen deutsch-polnischer Jugendarbeit als Folge des politischen Paradigmenwechsels in Polen und ihrer Bedeutung für die Träger politischer Bildung in Deutschland

Lothar Nettelmann: Der Schatten der Geschichte im Jahre 1989 - die Mahnung des 1. September 19392

Ulrich Bauermeister: Schüleraustausch zwischen jungen Deutschen und Polen als Auftrag der UNESCO (1989)

Gerhard Voigt: Polenreisen der Bismarckschule Hannover - Modellbeispiele und Alternativen (1989)

Gerhard Voigt: Polenreisen in Zeiten der gesellschaftlichen Krise [Didaktische Konzeption, Reiseroute, Reiseziele] (1993)

Lothar Nettelmann, Günther Fuchs, Dr.Wolfgang Scholz: Der Schüleraustausch der UNESCO-Schule am Maschsee, der Bismarckschule Hannover3

Wolfgang Jordan, Lothar Kutsch: Ein Schulchor, eine Theatergruppe und ein Leistungskurs fahren... (1989)

Siegfried Riedel: Schüleraustausch im Geist der Ökumene (1989/1993)

Michael Droldner, Matthias Bömeke: Ein Schüleraustausch zwischen katholischer Schule und Pfarrgemeinde (1989)

Werner Fink, Ursula Ruehr: Gedanken zu einem Arbeitsbesuch mit Schülern im ehemaligen Konzentrationslager Stutthof (1989)

Dr. Olgierd Lissowski, Poznań: Jugendaustausch und Politik (1989)

Piotr Korek, Poznań: Ein Schüler- oder Schulenaustausch? (1989)

Joachim Dallwig: Polenkontakte heute (1989)

Aleksandra Hoffmannowa: Neue Freundschaften (1991)

Gertrud Irmler: Eine polnische Dorfgemeinschaft lädt Hannoveraner ein (1992)

Phoebe Koch: Verständigung – auch ohne Worte (1993)

Aleksandra Hoffmannowa: Ein Brief aus Polen... (1991)

Elisabeth Goldmann: Bericht über den ersten Besuch einer Gruppe von 20 Schülern der Realschule I, Burgdorf (1993)

Lothar Nettelmann: Thesen zu den veränderten gesellschaftspolitischen Rahmenbedingungen in Polen und ihre Bedeutung für die deutsch-polnische Jugendarbeit (1993)

Lothar Nettelmann: Perspektiven für die neunziger Jahre im Jahre 1990

Henryk Wolkonskis: Ist der Weg deutsch-polnischer Verständigung am Ziel? Reflexionen 19924

Anhang: Autorenverzeichnis

Impressum für diese Publikation

Herausgeber: Lothar Nettelmann / Gerhard Voigt

Redaktion Gerda Heinemann Lothar Nettelmann Gerhard Voigt Armin Walthemate

Herausgegeben für die Deutsch-Polnische-Gesellschaft Hannover e.V. und den UNESCO-Club der Bismarckschule Hannover e.V.

Junge Deutsche und Polen begegnen sich. Schüleraustausch und Studienrei­sen. Hrsgg. von Lothar Nettelmann und Gerhard Voigt - Hannover: UNESCO-Club für die UNESCO-Schule am Maschsee, Bismarckschule Hannover, e.V. (An der Bis­marckschule 5, Hannover) und Deutsch-Pol­nische Gesellschaft Hannover e.V., 1990.

Satz und Layout: Ritterdesign, Laatzen

Printed in Germany

(Schriftenreihe des UNESCO-Clubs für die UNESCO-Schule am Masch­see, Bis­marckschule Hannover, e.V.) 1. Auflage 300

Alle Rechte vorbehalten. Verwendung im Bereich von Schule und Hochschule ist zugestanden. Nachdruck nur mit Genehmigung der Autoren bzw. des Herausgebers. Zitate bitte mit vollständigem Quellennachweis.

Internetpublikation auf http://www.polen-didaktik.de August 2009

Verantwortlich: Gerhard Voigt, OStR i.R. bismarckschule.voigt@gmx.de
http://www.voigt-bismarckschule.de

http://www.unesco-club-hannover.de

Vgl. dazu Impressum

Überarbeitet August 2009

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Bearbeitungsstand: 10. August 2009

URL: http://www.polen-didaktik.de

Verantwortlich: Gerhard Voigt, vgl. Impressum

eMail: bismarckschule.voigt@gmx.de