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Problemstudien und Fachaufsätze -
Einführende Reflexion und Inhaltsübersicht

Die "Wende"? »Das Verhältnis der polnischen Gesellschaft einschließlich ihrer politischen Eliten zur kommunistischen Regierung nach dem zweiten Weltkrieg war immer pro­blematisch und vielschichtig; das Regierungssystem war niemals so einfach als „Gewaltherrschaft“ zu beschreiben, wie es für die Nachbarstaaten DDR und ČSSR heute oft üblich geworden ist. In Dezennien aufeinander folgende Unruhen und – letzt­lich gescheiterte – Reformansätze kennzeich­nen die polnische Nach­kriegs­ge­schichte. Damit wurde Polen – neben Ungarn – seit der Gründung der unabhängigen Gewerkschaftsbewegung Solidarność und den „Danziger Verträgen“ von 1980, aber unterbrochen von der Zeit des Kriegsrechts unter Jaruzelski 1981 – 1989, zu einem wichtigen Faktor in dem Prozess der sozioökonomischen und politischen Umgestaltung Ost- und Südosteuropas.

Die besondere Krisendynamik, die sich in Polen beobachten lässt – Verelendungsprozesse, mangelnde Staatsakzeptanz, Zerfall staatlicher Institutionen, Entwicklung eines mafiösen Untergrundes – und die „typisch polni­schen Reaktionen“ auf die Krise lassen sich nur vor dem Hintergrund der besonderen polnischen Ge­sellschaftsform verstehen, die Produkt der wechselvollen und von den west­euro­päischen Nationen abweichenden Nationalge­schichte Polens ist.

In Polen hat sich eine besondere Politische Kultur entwickelt, die sich in der in­dividuellen wie der gesell­schaftlichen Reaktion auf Krisen und Konfliktlagen ab­lesen lässt. Vor allem die Rolle des Staates und seiner Insti­tutionen ist in Polen an­ders zu bewerten als in Westeuropa, was spezifisch polnische Wege der Kri­sen­be­wältigung notwendig macht.« (Gerhard Voigt 1992) ... und was folgt heute in der EU?

»Paradigmenwechsel ist der Begriff in der modernen Wissenschaft, der sich als Überschrift für komplexe Vorgänge der jüngsten Zeit durchgesetzt hat. Er über­schreibt dabei wesentlich zwei Ebenen: die Handlungsebene sozialer Prozesshaf­tigkeit, für die die traditionalen Termini historischer Betrachtung einer Revolu­tion oder Reform nicht mehr anwendbar sind, sowie die Theorieebene.

Der Revolutions-Begriff ist nur noch in geringen Ansätzen zu Beginn der Transformation verwendet worden und danach völlig verblasst.

Der Reform-Begriff bis zum Ende der siebziger Jahre die Vorstellung eher der Linken nach Noch-Reformierbarkeit realsozialistischer Systeme und seit der Veränderungsphase 1989/90 die positive Vorstellung im liberalkonservativen Lager, dass die Menschen ›östlich der Elbe‹ nunmehr ‚alles‘ so machten wie ‚wir‘ im Westen. Zeitgleich mit der Aufhebung der West-Ost-Spannungsbezie­hung hat dieser Begriff nur mehr funktionalen Charakter. Die Tendenz, den zurückliegenden Prozess in Mitteleuropa zu erforschen und für die politische Bildung zu nutzen, ist gegenwärtig leider nur in geringem Maße erkennbar. Die Bereitschaft ist zudem in den betroffenen Figurationen der mittelosteuropäischen Länder kaum vorhanden. Der Figurationsbegriff ist im Sinne von Norbert Elias zu verstehen. Er bezieht Interdependenzen und Span­nungs­be­zie­hungen zwischen Menschen und Menschengruppen ein.« (Lothar Nettelmann 1999)

2.

Fachaufsätze

2.1.

Gerhard Voigt: Die Grenzen des „Identitätskonzeptes“: Widersprüche, Ideologien

2.2.

Lothar Nettelmann: Transformationsprozesse in Ostmitteleuropa, Osteuropa und Südosteuropa

2.2.1

Lothar Nettelmann / Gerhard Voigt: Stichworte für den Unterricht zum Thema Transformationsprozesse

2.3.

Gerhard Voigt: Grenzen und Blöcke: Transformationsprozesse in Mitteleuropa

2.4.

Lothar Nettelmann, Hrsg.: Europäische Umbrüche in deutsch-polnischer Perspektive. Reflexionen zur Entwicklungsdynamik in Mitteleuropa. - Einleitung, Autoren, Inhaltsübersicht

2.4.1

Marek Dutkowski:
Wirtschaftliche Interessen versus Ökologie

2.4.2

Bronisław Kortus: Die Integration semiperipherer Regionen Ostmitteleuropas in die Europäische Union und die Auswirkung der Globalisierung

2.4.3

Dariusz Adamczyk: 500 Jahre Rückstand: Die historischen Ursprünge der halbperipheren Stellung Polens im Weltsystem

2.4.4

Hans-Heinrich Nolte: Von ‚Moffen' und ‚Polacken'

2.4.5

Lothar Nettelmann
Handlungsorientierung im Schüler-Austausch mit Polen

2.4.6.

Janusz Tycner: Jugend und Gesellschaft in Polen heute

2.5.

Dariusz Adamczyk / Lothar Nettelmann / Gerhard Voigt, Hrsg.: Façetten - Polen allein in Europa?

2.5.1

Dariusz Adamczyk: Zwischen Irak-Krieg und Energie-Sicherheit. Einige Aspekte der polnischen USA- und Russland-Politik 2003-2007

2.5.2

Krzystof Ruchniewicz: Deutsche und Polen nach der Wende – zwischen Versöhnungsrhetorik und realer Interessengemeinschaft

2.5.3

Lothar Nettelmann / Gerhard Voigt: Grundlagen der Deutsch-Polnischen Versöhnungsarbeit. Transformationsprozesse in Mitteleuropa

2.5.4

Polen und Deutsche – Eine schwierige Nach­barschaft?
Wandel und Wahrnehmung

2.5.5

Lothar Nettelmann: Die Ereignisse in Polen im Sommer 1980 – Welche Ursachen und Hintergründe haben sie 1980

2.5.6

Jerzy Kozłowski: Die Einführung der preußischen Verwaltung im Großherzogtum Posen 1815-1830

2.6.

Lothar Nettelmann / Dariusz Adamczyk, Hrsg.: Zur Frage einer polnischen Nationalkultur. Polen in Europa: Vergangenheit, Gegenwart, Zukunft. Inhalt und Autorennotizen, Titelseite

2.6.1.

Angelica Schwall-Düren: Zum Geleit 
Witold Krzeminski: Grußwort
Lothar Nettelmann: Einleitung

2.6.2.

Leszek Ziatkowski: Die Adelsrepublik – zur Entstehung einer spezifischen politischen Kultur in Polen

2.6.3.

Hans-Christian Trepte: Zur Narration nationaler Vergangenheit in der  polnischen Literatur

2.6.4.

Stefan Samerski: Der Beitrag der Katholischen Kirche für die kulturell-nationale Identität Polens im 20. Jahrhundert

2.6.5.

Grazyna Barbara Szewczyk: Schlesien als deutsch-polnischer Kulturraum

2.6.6.

Krzysztof Ruchniewicz: Das historische Denken der Polen

2.6.7.

Tomasz Markiewicz: Die politische Kultur der Polen nach der Wende 1989

2.6.8.

Gerhard Voigt  Aspekte von Kultur und Zivilisation: Die kulturelle Dimension des Transformationsprozesses. Dimensionen und Probleme eines sozialwissenschaftlichen
Paradigmas als Propädeutikum zum Vergleich der Polnischen Zivilisationsgeschichte und der Gesell­schaft der »Semiperipherien«                                                                    

2.6.9.

Dariusz Adamczyk: Einige Bemerkungen zu historischen und zeitgenössischen Aspekten der Integration Polens in die Europäische Union

2.6.10.

Lothar Nettelmann: Rückblick

  Transformationsprozesse

2.7.

Lothar Nettelmann: Die polnische ökonomische Krise der siebziger Jahre

2.8.

Lothar Nettelmann: Die polnische Roßkur (Wirtschaft 1990)

2.9.

Lothar Nettelmann: Oppositionelles Verhalten von Deutschen und Polen zwischen Anpassung, Arrangement und Widerstand

2.10.

Lothar Nettelmann: Abbild des Sozialismus in Polen? Die Polnische Vereinigte Arbeiterpartei (PVAP)

2.11.

Wolf Dieckmann: Der ‚reiche Onkel‘ im Westen. Zur Rolle der EU im Transformationsprozess vom
Sozialismus zum Kapitalis­mus

2.12

Lothar Nettelmann und Gerhard Voigt: Thesen zur „Wende“. Probleme der Wahrnehmung, Bewertung und Bewältigung sozio-ökonomischer Transformationsprozesse

2.13

Lothar Nettelmann: Zivilisierungsprozesse in Mittelosteuropa am Beispiel Polens. Thesen zum Prozeß der Zivilisierung in der polnischen Gesellschaft

2.14.

Gerhard Voigt: Erfahrungen aus der Praxis des Schüleraustausches mit Polen. Ein Beitrag zur interkulturellen Pädagogik der UNESCO-Schul-Arbeit

2.15

Gerhard Voigt, Marek Dutkowski:
Werften an der polnischen Ostseeküste
Im alten Schiffbauland Polen verändern sich auch die Werftstandorte - Sekundarstufen I und II

2.16

Marek Dutkowski, Gdynia; Gerhard Voigt, Hannover
Werftkrise: Krisendynamik und Raumwirksamkeit

Zu den ökonomischen und wirtschaftsräumlichen Folgen der Werftkrise in der Bundesrepublik Deutschland und der Volksrepublik Polen

   
   

Verantwortlich für diese Seite

Gerhard Voigt, OStR i.R. - Kontakt vgl. Impressum

bismarckschule.voigt@gmx.de

Bearbeitungsstand:1994 / 2002.

Letzte Bearbeitung:23.02.2011

   
   

 

     
   

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