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Hans-Heinrich Nolte:

Von ‚Moffen‘ und ‚Polacken‘

1. Arbeitsmigrationen an den wandernden Grenzen zur Halbperipherie

Drei Jahrhunderte lang zogen Westfalen und Niedersachsen in die Niederlande, um dort Arbeit zu suchen. Sie wurden Dienstmädchen, Grasmäher und Torfste­cher, Matrosen und Ziegler, bekamen also die groben und schlecht bezahlten Jobs, welche die Niederländer nicht wollten. Unsere west­lichen Nachbarn nann­ten uns “Moffen”. Dies Stereotyp nimmt inhaltlich viel von dem Nationen­bild vorweg, das wir uns über unsere östlichen Nachbarn bildeten, als diese vom 19. Jahrhundert an nach Deutschland kamen – zu Getreideernte und Rübenkampa­gne, als Dienstboten und Bergar­beiter. Wir nannten die Polen damals “Polacken”. Diese Ähnlichkeit sowohl in der realen Situation der Arbeits­migran­ten wie des Bildes, das die jeweilige Gastgesellschaft sich von den Fremden machte, entsprach den wandernden Grenzen, zwischen “Zen­trum” und “Halbperipherie” des euro­päischen Welt­systems[1].

Die Beziehungen zwischen Deutschland und Polen bilden einen Zusam­menhang von langer Dau­er, der die Periodengrenzen überschreitet[2]. Wichtig ist jedoch auch, daß dieser Zusammen­hang als Beziehung zwischen zwei politischen Einheiten, zwei “Nationen” nicht ausreichend er­klärt werden kann, sondern in den gesamteuropäischen Kontext gestellt werden muss.[3] Dieser eu­ropäische Kon­text war durch eine ungleiche Entwicklung zwischen Osten und Westen geprägt, gleich ob man diese als Dualismus, Rückständigkeit oder Beziehung zwischen Zentrum und Halb­peripherie interpretiert.[4] Diese ungleiche Entwicklung wirkt oft so, als komme ein bestimmtes Phänomen “später” im Osten an. Deshalb wird hier ein diachroner Vergleich unternommen – ein Vergleich von Bildern, die an der niederländisch-nordwestdeutschen Grenze im 17. und 18. Jahr­hundert ent­standen, mit solchen, die von der deutsch-polnischen bzw. deutsch-russischen Grenze im 19 und 20.[5] Jahrhundert stammen.

Beide Arbeitsmigrationen verweisen darauf, daß die Differenzen zwischen aufnehmender und sendender Gesellschaft als Unterschiede zwischen “industrieller” und “agrarischer” Gesellschaft nicht zureichend erklärt sind, auch abgesehen von der Frage, ob man die Niederlande der frühen Neuzeit überhaupt als “industrielle Gesellschaft” ansprechen kann. Ein großer Teil der Migranten fand seinen Arbeitsplatz in der Landwirtschaft, die aber viel stärker kapitalisiert und auf den Markt ausgerichtet war, als die seiner Heimat.

2. „Westfälische Wüsteneien“

Es geht also insgesamt um Bilder.[6] Es geht aber zuerst um konkrete “Erfahrungen” um Wahr­neh­mun­gen von Realität aufgrund von Reisen.[7]

Der berner Patrizier Albrecht von Haller begann sein Studium der Medizin – nach einem kur­zen Gastspiel in Tübingen – in Leyden, einem der Zentren der Medizinwissenschaft am Anfang des 18. Jahrhunderts. In seinem Tagebuch no­tierte er den Unterschied westlich und östlich der Grenze der Niederlande. Über letztere heißt es:[8]

“Das Land ist an sich höchst angenehm. Auf beyden Seiten derer gerade ge­zogenen Fahr­was­ser sind entweder weite und mit fettem Viehe besezte Wiesen, oder schöne und dicht aneinan­der gelege­ne Dörfer, prächtige Gärten, angenehme Vorwerke. Kein Baum wachßt in diesem Lan­de außer der Schnur und kein Fuß breit Boden ist ohne Außbeute. Die Städte sind groß, meist ziem­lich befestigt, mit Waßern durchzogen, von langen geraden, saubern Gaßen angebauet. Die Ein­wohner sind zahl­reich, beschäftigt und begütert ...”

Wenige Kilometer nach Osten allerdings, im Osnabrückschen, sah es für ihn völlig anders aus.[9] Die Stadt selbst beschreibt er als “Ein ziemlich schlecht gebauter Ort, etwas befestigt, mit recht wun­derlich gewölbten Thoren ...” und über das flache Land heißt es “Hierum leben die Leute recht säuisch: Menschen, Schweine, Pferde alles untereinander geht zu einer Thüre ein und das Hauß ist nie reine, als wann es neu gemacht wird. Die Häuser sind sonst noch gut von Lehm, mit Stroh gedeckt. Das Land schlecht, der Torf wird zu Mauern um Aecker und Wiesen ange­wandt ...”

Und ein andermal heißt es über die Fahrt von Hamburg nach Bremen schlicht[10] “Westphälische Wüsteneyen, Regen und grausame Meilen ...” . Kaum ist die niederländische Grenze hinter Leer wie­der überschritten heißt es dagegen sofort “Hier wird das Land gut und sonderlich gen Gröningen ganz angenehm, wegen denen vielen Dörfern, Bäumen, Wiesen, schö­nem Vieh”.

Haller, der wenige Jahre später mit den “Alpen” (1732) der Naturbegeiste­rung im Gegensatz zum Stadtleben ein erstes Denkmal setzte, steht nicht im Ver­dacht, daß er hier einem bloß sozia­len Hochmut des berner Patriziers frönte. Er beschrieb einen Unterschied, der ins Auge fiel – an Sauber­keit, an Arbeitshal­tung, an kontinuierlicher Pflege der Landwirtschaft, damit an einem Bild von Landschaft, und nicht zuletzt naheliegenderweise als Reisender, der er ja war, einen Unter­schied im Reisen – zwischen den geraden Kanälen und Fahrwegen Hollands auf der einen und den “grau­sa­men Meilen” ungepflegter Straßen in den “westfälischen Wüsteneien”. Haller versuchte nicht, den Unter­schied zu erklären; er notiert angelegentlich über Holland “Der herrschende Glau­ben des Staates ist mit dem unsern der gleiche,”[11] also reformiert, und er schreibt sich auch auf, daß das Münsterland katholisch und Osnabrück katholisch/lutherisch gemischt ist, aber er nimmt diese Differenz nicht als Erklärung für die Differenz im Land­schaftsbild in Anspruch. Die Tagebü­cher waren auch nicht zur Veröffentlichung bestimmt und sind in der Tat erst anderthalb Jahrhun­derte später herausgegeben worden.

Johann Gottfried Hoche schrieb in seinem 1800 in Bremen erschienenen Reisebuch durch Osna­brück und Niedermünster in das Saterland über das Stift Osnabrück, daß es 117.600 Ein­wohner habe und die Landeseinnahmen jährlich 160.000 Taler betrügen. Und er fuhr fort, daß es die Leser sicher befremden werde[12] “wenn ich sage, daß an 130.000 Menschen hier leben könn­ten, wenn durch die Aufhebung der Eigenbehörigkeit ihnen das edle Selbstgefühl gegeben würde, wel­ches eine größere Thätigkeit und Sorge für eignen freien Herd beglei­tet. Jährlich gehen jetzt zwi­schen 5 bis 6.000 aus der ärmeren Klasse nach Grö­ningen, Oberyssel, Drenthe und Friesland. Dort mähen sie die Wiesen, stechen Torf und lassen sich von jenen Bauern wie Sklaven behan­deln, die mit dem Vieh im Stalle liegen, von ihrem mitgebrachten Bonpournickel essen, stinkendes Was­ser trinken, und endlich mit dem sogenannten holländischen Fieber, das oft genug ihre Ge­sundheit zerstört, nach Hause kommen. Indes ist ihnen dieser Verdienst unentbehrlich. Der schwächste Arbeiter bringt an 20 Fl.(orint), der stärkste an 7O Fl. mit. so daß man an 200.000 Fl. rechnen kann, die in das Land kommen ...”

Hoche beschrieb die Arbeitsmigration der Deutschen in die Niederlande auch für die anderen von ihm bereisten Territorien, insbesondere das Niederstift Münster. Und er konnte seinen Lesern auch das Instrument nennen, mit dem man diese Abhängigkeit beenden und das Land bevölkern könne – die Abschaffung der Hörigkeit, also anders ausgedrückt die Bauernbefreiung und noch anders be­schrieben: die Übernahme der Sozialverfassung aus eben jenem Holland nach Deutsch­land, denn in den Niederlanden gab es schon lange keine bäuerliche Hö­rigkeit mehr, wurde auch Arbeits­kraft auf dem Markt vermittelt.

Hoche sah die Niederlande keineswegs als Paradies, fast im Gegenteil – die deutschen Sai­sonar­beiter dort würden eher wie Sklaven gehalten, um ihren Lohn zu verdienen. Aber sie brau­chen das Geld. Ihr eigenes Land ist dünn besie­delt, aber ärmlich, um Hoche wieder zu zitieren:[13] “Der ganze Strich Landes von Quakenbrück aus über Vechta, Cloppenburg, Friesoythe bis an die Soeste, von da über die Ems und wieder an der Hase hinauf gehört nicht nur zu den schlech­testen in Westphalen, sondern in ganz Deutschland. Man glaubt , in den Steppen von Sibirien zu sein, wenn man die Hei­den durchwatet, und vor sich den Wind mit Bergen oder Hügeln spielen sieht ...”

Wenig später schrieb der Schriftsteller Barthold Niebuhr über dies Land[14] “es sei noch nicht aus der Barbarei hervorgegangen”; während er wenige Kilome­ter weiter seine Eindrücke ab Hen­gelo, also ab der niederländischen Grenze in die Worte faßte “Welch ein Anbau ! Von diesem Orte an ver­wandelt sich die Wüstenei in einen Garten”.

Am Anfang des 19. Jahrhunderts wirkte die ganze Nordeuropäische Tief­ebene östlich der Niederlande trotz fraglos vorhandener Abstrafungen noch ziemlich einheitlich in ihrer sozial­öko­no­mi­schen Struktur. Überall waren die Hö­fe mit Reet oder Stroh gedeckt, mit Ausnahme von wenigen Chausseen die Wege schlecht. Die Men­schen auf dem Land waren arm, auch viele der adligen Fami­lien. Gewiß, die großen Hafenstädte wie Bremen, Hamburg, Danzig oder Riga und die Residenzstäd­te ragten heraus – von kleinen und kleinsten wie Bückeburg oder Detmold bis hin zu den großen wie Hannover, Berlin, Warschau oder St. Peterburg. Aber der Rest der Städte war eher durch seine Dürftigkeit gekenn­zeichnet, viele Ackerbürger bestimmten das Bild, ob in Gü­strow, Walk oder Tichwin. In Hoya oder Diep­holz gab es eine Menge von Minderstädten, soge­nannten “Flecken” , de­ren städtische Autonomie sich von polnischen Magnaten­städtchen oder russischen Posady wohl nur wenig abhob.

Carl-Hans Hauptmeyer hat Nordwestdeutschland in der Frühen Neuzeit überzeugend als halb­peripher eingeordnet; es war keine koloniale Peripherie wie die Karibik oder Indonesien, aber es war auch gegenüber dem Zentrum zwischen Themse und Loire strukturell unterschieden.[15] Ein welterfahrener Reisender wie Alexander von Humboldt, der mit Selbstverständlichkeit die geo­graphischen Ähnlichkeiten der von Grund- und Endmoränen geprägten Landschaft sah, wie sie sich von den Niederlanden bis Estland erstreckt , notierte die Gleichförmig­keit, in der alles von der Aktivität der Be­wohner abhing, 1829 auf der Kurischen Nehrung nicht ohne Spott:[16] “Wenn Schinkel dort einige Backsteine zusam­menklopfen ließe, wenn ein Montagsclub, ein Cirkel von kunstliebenden Juden­demoiselles und eine Akademie auf jenen mit Gestrüpp bewachsenen Sand­step­pen eingerichtet würde, es fehlte nichts, um ein neues Berlin zu bilden ...”.

3. “Sperlinge auf den Bäumen”

Aber die Differenzierung wurde im Verlauf des 19. Jahrhunderts schärfer. Sie wurde mit der zu­neh­menden Abgrenzung Deutschlands gegen Osteuropa poli­tisch und kulturell überhöht und schlug sozusagen auf das Bild der Landschaft zurück. Entsprechend ist es der Russophobe Astol­phe de Custine, der nur zehn Jahre nach von Humboldt dort, wo dieser noch ziemlich dieselbe Einöde zwi­schen Berlin und St.Petersburg sah, zwischen Preußen und Rußland ein scharfe kultu­relle Grenze fand , auf deren einer Seite die Menschen freundlich und frei waren, auf deren ande­rer aber knechtisches Einer­lei sich ausbreitete.[17]

Die Veränderung wird durch die Diskussion der Aufklärung über Polen vorbereitet.[18] Der Eng­länder John Coxe schrieb 1778 von einer Reise “The roads were bad, the villages few and wretched beyond description”; Johann Georg Forster berichtete 1784 “Von der polnischen Wirt­schaft, von der unbeschreibli­chen Unreinheit, Faulheit, Besoffenheit und Untauglichkeit aller Dienst­boten”.[19] Viele Reisenden des späten 18.Jahrhunerts rechneten Polen eher zu Asien, und sie betonten die Differenz zwischen dem guten Eindruck der preußischen Ost­provinzen und den Er­lebnissen in Polen. Was sie aus Polen beschrieben, schrie­ben zur gleichen Zeit aber auch Hoche und Niebuhr über das Emsland, und auch Hoche fühlte sich dort wie in Sibirien. Asiatisch hieß weithin einfach: es ent­spricht nicht dem Standard, den wir aufgeklärte Reisende setzen.

In der zweiten Hälfte des 19.Jahrhunderts aber wurde das Emsland an diese Standards an­gegli­chen und die preußische und später deutsche Ostgrenze wurde für viele westlich davon zu ei­ner Kulturgrenze par excellence. Diese Dif­ferenz aber wurde von Teilen des Publikums nicht als so­zialökonomische Verän­derung im Rahmen eines Prozesses von Modernisierung, sondern als Folge von nationalen Charakteren interpretiert. Nun schien plötzlich, als klaffe ein Abgrund zwi­schen Sla­wen und Germanen, und als Teil dieses Slawenbildes entstand des “klassische” deutsche Polenbild.[20] Literarisch überhöht klang das so:[21]

“Der Wind fegte mit seinem riesigen Besen Sand und Strohhalme über die Stoppelfelder, die Straße war ein breiter Feldweg, ohne Gräben und Baumreihen, die Pferde wateten bald durch ausge­fahrene Wasserpfützen, bald durch tiefen Sand. Gelber Sand glänzte zwischen dem dürfti­gen Grün der Äcker überall, wo eine Feldmaus den Eingang zu ihrer Grube angelegt, oder wo ein kleiner Maul­wurf nach Kräften gearbeitet hatte, die Ebene durch kleine Hügelketten zu unter­bre­chen. In den Senkungen des Bodens stand schlammiges Wasser; an solchen Stellen streckten die ausgehöhlten Stämme alter Weiden ihre verkrüppelten Arme in die Luft ...” Nein, diesmal ist es nicht Hoche, der auf dem Weg zum Saterland ist, es ist Anton Wohlfahrt, der in die östlichen Provinzen Preußens fährt – in der Darstellung von Gustav Freytags Roman Soll und Haben, so wie ich ihn im 346-349. Tausend aus meines Vaters Bibliothek entnommen habe, der das Buch zu seiner Konfirmation 1919 geschenkt erhalten hat. Aber Wohlfahrt findet dann doch auf dem her­untergekommenen Gut im Po­senschen eine Oase:

“Es ist merkwürdig” sagte Karl, aus der Ferne auf die Gebäude sehend, “dieses Dach hat keine Löcher; dort in der Ecke ist ein Viereck von neuem Stroh eingesetzt. Bei Gott, das Dach ist ausge­bessert ... Dies Vorwerk ist das Juwel des Gutes ... Hier sind deutliche Spuren einer Dün­gerstätte. Dort läuft ein Hahn und die Hennen hinterdrein, alle Wetter, ein regulärer Hahn mit ei­nem Sichel­schwanz. Und hier steht ein Myrtenstock am Fenster. Hurra! hier ist ein Haus­frau, hier ist Vaterland, hier sind Deutsche.”

Der Interpretationsvorschlag liegt nahe. Eine strukturell ähnliche Diffe­renz, wie sie die Rei­sen­den im Westen Deutschlands im 17. und 18. Jahrhundert zwischen den holländischen und den deut­schen Dörfern beschrieben, beschreibt Freytag zwischen im 19. Jahrhundert zwischen den deutschen und den polni­schen – die Häuser gepflegt oder verfallen; die Wege mit Graben und Baumreihe aus­gebaut oder bloße Sandwege, auf denen das Wasser unter den Rädern spritzt; der Wald hoch und mit alten Stämmen oder bloß Krüppelkiefern und Birken. Es ist die historische Differenz zweier Kultur­landschaftstypen, in denen sich ein un­terschiedlicher Stand von Entwick­lung spiegelt: der Forst mit gepflegten Baum­beständen und der Hauwald, aus dem jeder Bauer sich sein Brennholz holt und in den man das Vieh treibt; der für dichten Verkehr und schwere Las­ten vorbereite­te und in Stand gehaltene Weg einer auf den Markt ausgerichteten kapitalisti­schen Landwirtschaft und der Feldweg ei­ner (abgesehen von Abgaben an oder Fronarbeit für die Herr­schaft) auf Subsistenz gerichteten Öko­­no­mie sowie schließlich das ordentliche, auf Re­präsen­tation bedachte Haus des privaten Besit­zers und die eher schäbige Kate des abhängigen oder so­gar noch hörigen Bauern.

Auch Gustav Freytag führte für diese Differenz einen Erklärungsvorschlag an, der an den von Albrecht Haller und Hoche erinnert. Während einer polni­schen Insurrektion nimmt der Kauf­mann, bei dem Wohlfahrt arbeitet, diesen mit über die Grenze, um Gut der Firma zu retten. Der Kaufmann erklärt die polni­schen Zustände damit, daß es dort nur Adel und Bauern gibt[22].

“Sie haben keinen Bürgerstand” sagte Anton eifrig beistimmend.

“Das heißt, sie haben keine Kultur” fuhr der Kaufmann fort; “es ist merkwür­dig, wie unfähig sie sind, den Stand, welcher Zivilisation und Fortschritt darstellt und welcher einen Haufen zer­streuter Ackerbauern zu einem Staat erhebt, aus sich heraus zu schaffen.”

Auch für Freytag ist es das Bürgertum, das die neue Kultur schafft. Aller­dings gibt es bei ihm doch auch einen anderen Ton:

“Es gibt keine Rasse, welche so wenig das Zeug hat, vorwärts zu kom­men und sich durch Kapi­talien Menschlichkeit und Bildung zu erwerben, als die slawische. Was die Leute dort im Müßiggang durch den Druck der rohen Masse zusammengebracht haben, vergeuden sie in phan­tastischen Spiele­reien. Bei uns tun so etwas doch nur einzelne privilegierte Klassen, und die Na­tion kann es zur Not ertragen. Dort drüben erheben die Privilegierten den Anspruch, das Volk darzustellen. Als wenn Edelleute und leibeigene Bauern einen Staat bilden könnten ! Sie haben nicht mehr Berechtigung dazu, als dieses Volk Sperlinge auf den Bäumen. Das Schlimme ist nur, daß wir ihre unglücklichen Versuche auch mit unserem Gelde bezahlen müssen.”

Die bloße Abschätzung über eine nicht erreichte Entwicklungsstufe wird also durch eine ras­si­s­tische Begründung erweitert: die Slawen werden es vermut­lich auch nicht schaffen, ein Bürger­tum aus ihrer Mitte hervorzubringen; es sind Eingewanderte, Deutsche, welche die Ansätze dazu gegeben haben – und wahr­scheinlich werden sie sich bald an die slawische Umwelt anpassen.

Hier steckt also ein Stück Legitimation von Expansion. Der Freund Wohl­fahrts – erfahren in Bodengeschäften aus Amerika zurück – kauft ein weiteres Gut, das bis dahin in polnischem Besitz war, und fährt fort[23]:

“In dem polnischen Loch daneben, das sie dort Kreisstadt nennen, fuhr das Schachervolk wie Ameisen durcheinander, als es erfuhr, daß von jetzt an unser Sporn täglich über ihren Markt klir­ren soll.”

Freytag stand mit solchen Urteilen nicht allein in der Zunft der Romane­schreiber. Sehr ähn­lich heißt es zu Beginn von C. Viebigs “Das schlafende Heer”: “Nennt ihr dat hierzuland eine Chaussee? En ganz miserablen Landweg is dat ja ...”[24]

4. Entwicklungsdifferenzen und sozialer Hochmut

Wenn solcher rassistischer Hochmut und solche Expansionsgelüste aus nieder­ländischen Quellen gegenüber den Westfalen nicht belegt sind, dann zuerst ein­mal deswegen, weil die Niederländer ihre expansionistische Bauernsiedlung nicht an der Ems suchten, sondern am Kap der Guten Hoffnung, und weil sie also ihre Begründung, warum ihnen das Land anderer “eigentlich” zustehe, gegenüber Kaffern und Hottentotten formulierten. An Hochmut und Spott allerdings gegen­über den Deutschen standen die Niederländer im 17. und 18. Jahrhundert dem Hochmut der Deutschen gegenüber den Polen im 19. Jahrhundert kaum nach[25].

Die Moffen, wie man die Deutschen in den Sieben Provinzen nannte, wa­ren ein beliebtes Objekt des Spotts in den “Kluchtspeelen”, possenhaften Büh­nenstücken, die im ganzen deutsch / nie­derlän­dischen Sprachraum seit dem Spä­ten Mittelalter belegt sind. Das Personal dieser Possen wurde in Holland seit dem 17. Jahrhundert durch die Moffen erweitert – die “westfaalsche Dienst­maagden” und “Haanekemaiers” die Grasmäher, welche unerfahren sind und nichts vom Le­ben ver­stehen, oft nicht einmal zur See gefahren sind und ihren mitgebrachten Speck essen, bevor sie ins Boot steigen um über die Zujdersee nach Amsterdam zu fahren , so daß sie vor See­krankheit alles wieder von sich geben müssen. Sie spielen sich auf und prahlen mit ihrer Herkunft, werden aber bald enttarnt, z.B. in dem Kluchtspeel “de Stiefmoer” von 1684, die ehemalige Magd des Bau­ern, als drei “Hannekes” auftauchen und sich als ihr Vater, Sohn und Schwager entpup­pen, die als Bettler vorbeikommen.[26]

“Mien Hern, wie zundt aktzamen arme luden, wir haben alles durch den krieg verloren, Des Bischops volker haben uns nakt und blut gemacht ...”.

Das halbperiphere Land im Osten, also Norddeutschland, ist für die Hol­länder u.a. dadurch gekennzeichnet, daß Krieg geführt wird, ein Krieg, in dem die Soldateska eines Bischofs das Land ver­wüstet.

Auch der gebildete adlige Prahlhans gehört zum Inventar dieser Possen, z.B. in dem 1717 herausgegeben Stück De Schoonste Hans Yzerfresser, der sich zum Kampf gegen ein Seemonster am Scheveninger Strand anbietet:[27]

„Ich weiche keinen schrit, und furchth vor keijnem Stoos, ich bin von adel, und mein geslacht is’t gar groos ich weiche nicht, ob es euch jemal kam zo foren; ich bin von Mot­ters zijd van den dollen roeland geboren; und don quichot war mein Vatters vater Vatter verwant in bloed.“

Man braucht nicht an die Gestalt des großrednerischen polnischen Adligen im deutschen Polen­bild[28] zu erinnern, auch wenn die polnischen Adligen sich nicht auf den wilden Roland oder – mit einem feinen Spott – auf Don Quichotte zu­rückführen. In den Kluchten wird selbstverständlich nicht nur über die Moffen, sondern auch über die Holländer selbst gespottet, z.B. jene, welche reich gewor­den ihre Töchter an Adlige verheiraten wollen und dabei auf deutsche Prahlhänse hereinfallen. Neben den Dienstmädchen aus dem Rheinland und aus Westfalen, welche ihre Zeit mit faulem Geschwätz statt Arbeit verbringen, neben den Han­nekemajers, welche als dumme un­geschickte Arbeiter auftreten, neben den Prahlhänsen gibt es dann noch den Typ des deutschen Quacksalbers. Selbstver­ständlich enden die Kluchten damit, daß die Moffen entlarvt werden und zwar durch ihre eigene Dummheit – z.B. dadurch, daß der deutsche Knecht Slender­hinke losge­schickt wird, um einen “wissel” zu holen, also einen Wechsel, und dann von der Oude Brug (dem Landungskai der Boote, welche die Ar­beitsmi­granten über die Zuijdersee brachten) zurückkommt mit Moffen, welche den Namen “Wessel” tragen – weil Slenderhinke eben nicht einmal weiß, was ein Wechsel ist.

Ähnlichkeiten zwischen der deutschen, genauer oft westfälischen Erfah­rung in den frühneu­zeit­lichen Niederlanden und den polnischen Erfahrungen in Deutschland im 19. Jahrhundert liegen auf der Hand. Sie entsprechen Situationen von Arbeitsmigration.[29] Die deutsche Arbeitsmigration in die Niederlande hat et­wa ein Vierteljahrtausend lang stattgefunden; vom Aufstieg der Nieder­lande im 16.Jahrhundert bis zum 19. Jahrhundert.

Herman Diederiks hat vier Typen von Deutschen in Holland beschrieben:[30]

  •  die Reisenden

  •  die Matrosen und Soldaten;

  •  die Saisonarbeiter und

  •  die Ansiedler.

Abgesehen von den Reisenden bildeten die Soldaten und Matrosen die erste große Gruppe. Neben der Bürgermiliz besaß die Republik eine Berufsarmee, de­ren Soldaten etwa zu einem Drittel aus Ausländern rekrutiert wurden, von denen wiederum über 70 % aus deutschen Territorien kamen. Der Anteil der Niederlän­der am Personal der Schiffe, die nach Ostindien fuhren, sank im Verlauf des 18. Jahrhunderts von drei Viertel auf weniger als die Hälfte; auch hier kamen die meisten nichtholländi­schen Seeleute aus Deutschland – der nächst größte Anteil aus der Schweiz.

Deutsche, die sich in Holland ansiedelten, sind vor allem daran in den Quellen faßbar, daß sie holländische Frauen heirateten und /oder lutherische Ge­meinden bildeten. Im 17. Jahrhundert war durchschnittlich ein Viertel der Bürger Amsterdams im Ausland geboren, die Zuwanderung war also kontinuierlich und groß und sank erst im 18.Jahrhundert ab. Bei der großen demographischen Be­deutung Amsterdams für die Republik bedeutete das auch, daß zwischen 5 und 10 % der Bür­ger der Sieben Provinzen im Ausland geboren waren. 15 % der Amsterdamer Bevölkerung gehör­ten 1795 zur Augsburger Konfession, minde­stens diese waren also deutscher Herkunft; aber ge­ra­de die West­falen waren selbstverständlich häufig Katholiken, und es gab auch reformierte Deut­sche, wel­che nach Holland zogen.

Die im Vergleich vielleicht wichtigste Gruppe sind die Saisonarbeiter,[31] vor allem Grasmäher und Torfstecher, aber auch Maurer und Steinmetzen aus Lippe und Bentheim sowie Arbeiterinnen in den Haarlemer Leinenbleichereien aus Lingen. Die Zahl der Saisonarbeiter betrug jährlich etwa 30.000 Menschen. Da das Gebiet, aus dem sie hauptsächlich kamen – das Bistum Osnabrück und das Niederstift Münster, also etwa das heutige westliche Niedersachsen - damals eine gesamte Einwoh­nerzahl von etwa 200.000 Menschen aufwies, war das ein sehr hoher Prozentsatz der Be­völkerung, besonders wenn man bedenkt,daß ganz überwiegend Männer wanderten; jeder vierte erwachsene Mann zwischen Rheine und Friesland ging zur Arbeit ins Ausland. Sie wanderten zu Fuß, wobei jeder etwa 30 kg. Gepäck mitführte – Essensvorrat, vor allem Speck, denn das Essen in Holland war teuer; Kleidung, Arbeitsgerät und manchmal noch etwas zuhaus gesponnenes Lei­nentuch. Die Wan­derer gingen bei Lingen oder bei Leer über die Ems; die Saisonarbeiter aus dem südlichen Westfalen wanderten die Lippe hinun­ter und kamen bei Emmerich in die Republik. Wer nicht schon ein festes Arbeitsverhältnis hatte, der fuhr über die Zujdersee nach Amsterdam, wo an der Alten Brücke der schon erwähnte Treffpunkt und Arbeitsmarkt war.

Die Saisonarbeit aus dem westlichen Niedersachsen hörte erst in den sechziger Jahren des 19. Jahrhunderts auf, also mit der Industrialisierung Deutschlands – z.T. weil die Emsländer nun in deut­schen Industriegebieten Ar­beit fanden und z.B. im Ruhrgebiet mit den einwandernden Polen zusam­mentra­fen, z.T. weil sie an der Massenemigration in die USA beteiligt waren.

Die Saisonarbeit von Polen in der deutschen Landwirtschaft[32], besonders der Landwirtschaft der ostdeutschen Güter, hatte zwar zahlenmäßig eine viel größere Bedeutung – 1906 gab es 210.000, 1913 270.000 polnische Arbeitsmigranten – war jedoch struk­turell sehr ähnlich. Die Po­len kamen als Arbeitssuchende, die entsprechend die unterste Stufe des Arbeitsmarkts besetzten. Sie wurden nur ins Land geholt, um harte körperliche Arbeit zu verrich­ten zu einem mög­lichst nied­rigen Preis. Sie wurden oft schlecht untergebracht und zusätzlich streng von der preußi­schen Polizei kontrolliert. In all diesen Bedingungen unterschied sich ihre Lage nicht von jener der Han­nekemajers – der aufge­klärte Johann Gottfried Hoche meinte ja, die deutschen Saisonarbeiter in Holland würden wie die Skla­ven gehalten. In der Tat kamen viele krank in die Heimat zurück .

Die zweite Gruppe von polnischen Arbeitsmigranten waren die “Ruhrpolen”.[33] Waren die Rückkehrtermine der polnischen Saisonarbeiter streng vorgeschrieben, konnten diese Reichs­bür­ger dauerhaft aus vor 1772 polnischen Gebieten nach Westfalen und ins Rheinland wandern. Diese preußisch-polni­schen und masurischen Arbeiter machten im Jahr 1908 etwa 20 % der Be­leg­schaft des Ruhrbergbaus aus; es wurden etwa 350.000 polnisch sprechende aus Oberschlesien und etwa 150.00 aus Ostpreußen gezählt, d.h. insgesamt eine halbe Million. Auch sie mußten mit der untersten Stufe des Arbeitsmarkts, mit grober Arbeit, schlechten Löhnen und miserablen Un­terkünften anfan­gen. Obwohl sie Reichsbürger waren, wurden sie streng kontrolliert. Sie bauten ein eigenes Ver­eins­wesen auf. Um in den Zechen arbeiten zu können, mußten sie nachweisen, daß sie ausreichend deutsch konnten und sie mußten bei den öffentlichen Veran­staltungen die deut­sche Sprache benut­zen; polnische Schulklassen und streng ge­nommen auch polnische Geistliche waren verboten.

Bei mancher struktureller Ähnlichkeit zeigte sich in der politischen Kon­trolle der polnischen Ansiedler an der Ruhr eine Differenz zum Vorgehen der Niederländer etwa in Amsterdam. Diese Dif­ferenz ist zuerst einmal der unter­schiedlichen Verfassung geschuldet. Um die Kontrolle der zuwan­dernden Deut­schen nach Amsterdam brauchte man sich insofern nicht zu kümmern, als die ständische Verfassung der Stadt eine Infragestellung der politischen Machtver­hältnisse durch die Zuwanderer nicht zuließ. Amsterdam wurde von den Regen­ten beherrscht, einer kleinen durch Kooptation ergänzten Gruppe sehr wohlha­bender Kaufleute, Grundbesitzer und Aktionäre der großen Aktienge­sellschaften, also an erster Stelle der West- bzw.Ostindischen Kompagnie. Wenn ein Deut­scher in diese Schicht aufgestiegen wäre, hätte es sicher keine Probleme bereitet, ihn zu kooptieren. Vor ei­nem politischen Einfluß der zuwandernden deutschen Siedler aufgrund ihrer Zahl brauchte man sich im frühneuzeitlichen Amsterdam nicht zu fürchten; sozial fingen die Zu­wanderer so oder so unten an. Übrigens gab es auch deutsche Aufsteiger in den Niederlanden (auch wenn man die Fami­lie des Generalstatthalters und späteren Königs nicht hierhin rechnet, das Ver­hältnis der europäischen Fürsten­familie der Oranier zur Republik war in der Tat außerge­wöhnlich), nämlich C&A Brennink­meier, Peek & Cloppenburg und ande­re, die frühzeitig in das Geschäft mit der Fertigkleidung einstiegen und Millionäre wurden, allerdings erst im 19. Jahrhun­dert.

Die Urteile der Aufklärer des späten 18. Jahrhunderts sowohl über das Emsland wie über Polen sind sowohl durch die Sympathie für den absoluten wie durch Kritik am ständischen Staat gekenn­zeichnet, wobei es kein Zufall ist, daß in beiden Fällen die ständischen Staaten (die Fürst­bistümer und die “Republik” Polen) auch katholisch geprägt waren. Die Differenz zwischen der ständischen Ver­fassung der Niederlande und jener der Fürstbistümer bzw. Polens lag , abge­sehen von der Konfes­sion, darin, daß in ersterer vor allem die “Regenten” die Entscheidungen bestim­men konnten, in letzteren jedoch der Adel. Wer aus den vom Adel bestimmten Territorien nach “Hol­land” ging, war das Gehorchen ge­wohnt, aber er brachte nicht so viel “Erziehung” mit, wie die Untertanen absolu­ti­stischer Staaten (und selbst eine absolu­tis­tische Erziehungsdiktatur war für Forster oder Hoche dem traditionellen Schlendrian vorzuziehen). Am krassesten ist die Identifizie­rung Freytags mit dem abso­lutistischen (preu­ßi­schen) Staat, in­dem er de facto der polnischen Re­publik im Rückblick die Qualität eines Staates bestritt (wenn die Polen jetzt keinen Staat bilden können, kann die Republik kei­ner ge­wesen sein).[34]

Die politische Situation der Ruhrpolen am Ende des 19. Jahrhunderts war aber anders. Das Kai­serreich war, trotz aller Reservatrechte der Kronen, denn doch durch das allgemeine und glei­che Wahlrecht für alle Männer geprägt. 1912 gab es nicht nur 875 Vereine mit 82.000 Mitglie­dern, es gab auch eine polnische Gewerkschaft an der Ruhr, die nicht nur in einer Frontstellung gegen die sozia­listischen Gewerkschaften stand, sondern auch in Konkurrenz zu der katholi­schen um Mitglie­der warb. Bis 1902 gaben die katholischen Ruhrpolen ihre Stimme meist dem Zentrum, während die lutherischen Masuren meist national­konservativ wählten. 1902 kam es jedoch zu ei­nem Zerwürfnis mit dem Zentrum, und auch im Ruhrgebiet wurden Kandidaten der sogenannten Polenpartei aufge­stellt. Sie konnte aufgrund des Mehrheitswahlrechts zwar nie einen Wahlkreis erobern; daß sie einen eigenen politischen Machtanspruch erhob, war jedoch deutlich und zwang das Zentrum in den Stichwahlen zu Zugeständnissen.

Daß die deutschen Saisonarbeiter in den Niederlanden aus eigenen Staats­wesen kamen, die pol­nischen in Deutschland jedoch nicht, hat direkt vermutlich keinen großen Unterschied bedeu­tet. Die Interventionskapazität der westfä­lischen Bistümer gegenüber der Republik war gering, schon weil erstere auf die Steuereinnahmen aus der Hollandgängerei angewiesen waren. Belegt ist denn auch, daß die deutschen Obrigkeiten die sogenannten “Krüppelfuhren” von der Grenze aus auf eigene Ko­sten organisieren mußten, also die Rückführung kran­ker Hollandgänger in ihre Heimatorte.[35] Um die Treue zur Konfession brauchte man sich in Münster und Osnabrück wohl keine große Sorgen machen – die re­formierten Kirchen der Niederlande zeigten kaum Interesse daran, die Saisonar­beiter zu integrieren.

Indirekt und insbesondere im Bereich der Bilder wird die Differenz im politischen Status der Herkunftsgebiete der Migranten aber doch nachgewirkt haben. Kamen die Westfalen aus Territo­rien des gewiß altertümlichen “Heiligen Römischen Reichs”, von dem man sich in den Niederlan­den im langen Krieg ge­trennt hatte, das man aber doch als politisches und wirtschaftliches Hin­ter­land brauchte, so kamen die Polen in gewissen Sinn aus dem Nirgendwo; einem Land, das es als Staat gar nicht gab. Ob Polen als Nation vorhanden war, war minde­stens strittig.

In dem politischen Verhältnissen Europas haben die Nationen trotz univer­salistischer und im­pe­rialer Ansprüche seit langem eine wichtige Rolle gespielt. Allerdings haben nicht nur die einzel­nen Nationen unterschiedliche Geschichten, sondern auch die Institution ›Nation‹ – sie hat ihren Charak­ter, ihre Funktion ge­ändert.[36] Die Emanzipation der Nationalbewegungen von den Imperi­en im 19. Jahrhundert hat vor allem Miroslav Hroch erklärt und systematisiert.[37] Zum Kontext dieses Prozesse gehört – worauf Karl Deutsch ja schon früh verwiesen hat – die zunehmende Be­deutung von Kom­munikation, Schrift und Sprache.[38] Der Anstieg der Relevanz der Selbst- und Fremdbil­der wurde zur intellektuellen Konstituierung nicht nur der Nation als politischer Einheit, sondern auch vieler Indivi­duen nötig. Im Begriff ›Erfindung der Nation‹ kommt dieser Zusam­men­hang zum Ausdruck.[39]

Zu dieser intellektuellen Konstituierung der Nationen gehören jedoch nicht nur die Selbst­bil­der, sondern immer auch die Fremdbilder. Nationen bestehen immer in bestimmten Konfiguratio­nen.[40] Zu diesen gehören die Entwicklungsdif­ferenzen; in der Frühen Neuzeit vom Zentrum im Nordwesten nach Süden und Osten – für unsere Beispiele nach Osten. Die Nationsangehörigen entwickeln Über­legenheitssyndrome (Holländer gegen Deutsche, Deutsche gegen Polen, Polen gegen Russen, Russen gegen Tataren, etc...). Die Überlegenheitssyndrome sind übrigens meist gar nicht so einseitig – zwar gelten die jeweiligen östlichen Nachbarn als schmutzig, nachlässig, un­pünktlich und ungebildet – aber oft auch als warmherzig und gastfreundlich. In dem Syndrom wird durchaus auch etwas Sehnsucht nach der “guten alten Zeit” transportiert, die man beim “al­ter­tüm­li­chen” Nachbarn noch zu finden hofft. Mindestens aber bieten die Räume im Osten die Möglich­keiten zum großen Abenteuer.[41]

Da die Entwicklung in Europa durch eine – ungleichzeitige und langsame – Diffusion ge­kenn­zeichnet ist, verschieben sich die wichtigen sozialökonomischen Grenzen. Charakterzüge aus den Nationenbildern, in welchen noch im 18. Jahr­hundert eine solche Grenze (wie verzerrt auch im­mer) wiedererkannt werden konnte, wandern entsprechend nach Osten. Die Entwick­lungsdiffe­renz wird je­doch in beiden Fällen – sowohl in den Niederlanden im 18. wie im Deutsch­land des 19. Jahrhun­derts – als Nationaleigenschaft verstanden und damit insofern ad personam gewendet, als diese Wen­dung dem einzelnen Holländer/Deutschen ei­nen persönlichen sozialen Hochmut er­laubt, der es ihm erleichtert, sich dem deut­schen/polnischen Saisonarbeiter weit über­legen zu füh­len.

Die Ähnlichkeiten verweisen jedoch auf die Differenzen und machen sie deutlicher. Am deut­schen Polenbild – und dies nicht nur, so wie es hier am Text von Freytag deutlich wurde – am deut­schen Polenbild fällt der offene Rassismus ins Auge. Nation im 18. war eben nicht gleich Na­tion im 19. Jahrhundert, wo – gerade auch im Prozeß der Übertragung des Konzepts nach Osten[42] – der Kol­lektivcharakter herausgehoben und schließlich immer stärker sozialdarwinistische Züge hin­einge­bracht wurden. In Deutschland wurde das Polenbild zusätzlich ein­gebunden in die Legiti­mation der Nationsgründung von 1871, die insbesondere für Bismarck die Nichtexistenz Polens als Nation vor­auszusetzen schien.[43] Erst recht mußten die slawischen Länder, mußte Polen ein Nirgendwo bleiben, wenn Deutschland einen “Platz an der Sonne” erreichen wollte. Die Um­mün­zung des sozialen Hochmuts in einen rassistischen bei Freytag, die Abwertung der slawi­schen “Rasse” überhaupt führt deshalb doch in einen anderen Kontext und ein anderes Bild vom Nach­barn, als es die Niederländer in ihrer Literatur vorgeführt bekamen – wenn Deutschland zur Welt­macht aufsteigen sollte,[44] dann durfte es keine Emanzipation der ostmitteleuropäischen Nationen geben. Noch besser: dann mußte sie unmöglich sein, weil die Natur sie ausschloß – oder, wie der alte Kaufmann in “Soll und Haben” das ausdrückt, weil die slawische Rasse nicht mehr Recht auf einen eigenen Staat hat, als ‚die Sper­linge auf den Bäumen‘.

Anmerkungen


[1]       Vgl. zu den hier verwendeten Begriffen Hans-Heinrich Nolte: Die eine Welt, 2.Aufl. Hannover 1993.

[2]      Zur inzwischen umfangreichen Historiographie dieser Beziehungen s., nicht nur in den Auswirkungen auf die Schule, Wolfgang Jacobmeyer Hg.: Zum wissenschaftlichen Ertrag der deutsch-polnischen Schulbuchkon­fe­renzen der Historiker 1972-1987, Braunschweig 1988 = Schriftenreihe des Georg-Eckert-Instituts für Inter­na­tionale Schulbuchforschung 22/XI. Vgl. zu den Gegenständen einführend Ewa Kobyliska u.a.: Hg.: Deut­sche und Polen, 100 Schlüsselbegriffe München 1992. Die historiographische Kooperation ist nunmehr im Deut­schen Historischen Institut in Warschau institutionalisiert, vgl. Dass. Hg.: Bulletin 1995/1 ff.

[3]      Vgl. die unterschiedlichen Ansätze in Jean Carpentier, Francois Lebrun: Histoire de l’Europe, Paris 1992, sowie im Erscheinen Hélène Ahrweiler, Maurice Aymard Hg.: Histoire des Europeennes. Ein Plädoyer für die regionale Kontinuität Ostmitteleuropas als eigener Geschichtsraum (in der Tradition Oskar Haleckis) Jenön Szücz: Die drei historischen Regionen Europas, dt. 2. Frankfurt 1994 sowie kritischer Hans-Heinrich Nolte: Wohin mit Osteuropa? in Aus Politik und Zeitgeschichte 22. IX. 1995, S. 3-11.

[4]      Jerzy Topolski: Narodziny kapitalizmu w Europie XIV-XVII wieku, 2.Warszawa 1987; Daniel Chirot ent­sprechend.: The Origins of Backwardness in Eastern Europe, Berkeley/Cal. 1989; Derek H.Aldcroft, Steven Morewood: Economic Change in Eastern Europe since 1918, Brookfield/Vt. 1995; Miroslav Hroch, Lud'a Klusáková Eds.: Uneven Development in Europe, Prague 1996. Zur Gemeinsamkeit Osteuropas in dieser Hin­sicht Hans-Heinrich Nolte: Zur Stellung Osteuropas im internationalen System der frühen Neuzeit, in Jahrbü­cher für Geschichte Osteuropas 28 (1980) S.161 - 197.

[5]      Zu den wirtschaftlichen und sozialen Hintergründen dieser Migrationen vgl. die Beiträge zu Hans-Heinrich Nolte Hg.: Deutsche Migrationen, Münster 1996 (folgend “Nolte, Migrationen”).

[6]      Bibliographie Johannes Hoffmann: Stereotypen, Vorurteile, Völkerbilder in Ost und West, Wiesbaden 1986; André Gerritts, Nanci Adler Eds.: Vampires Unstaked. National Images, Stereotypes and Myths in East Cen­tral Europa, Amsterdam 1995 = Koninklijke Nederlandse Akademie, Verhandelingen, Afd. Letterkunde 163; mit Beispielen zum Polenbild Henning Hahn Hg.: Historische Stereotypenforschung. Methodische Über­legun­gen und empirische Befune, Hamburg 1995. Polnische Beiträge in deutscher Übersetzung in Johannes Hoff­mann Hg.: “Nachbarn sind der Rede wert”, Dortmund 1997.

[7]      Vgl. B.I. Krasnobaev u.a. Hg.: Reisen und Reisebeschreibungen im 18. und 19.Jahrhundert als Quellen der Kulturbeziehungsforschung, Berlin 1980 = Studien zur Geschichte der Kulturbeziehungen in Mittel- und Ost­europa VI.

[8]      Ludwig Hirzel Hg.: Albrecht Hallers Tagebücher seiner Reisen nach Deutschland, Holland und England 1723-1727, Leipzig 1883, S.28.

[9]      Ebda. S.67.

[10]    Ebda. S.88.

[11]    Ebda. S. 94.

[12]    Johann Gottfried Hoche: Reise durch Osnabrück und das Niedermünster in das Saterland, Ostfriesland und Groningen, Bremen 18oo, S.65 f..

[13]    Ebda. S.96 f..

[14]    Barthold G. Niebuhr: Nachgelassene Schriften nicht philologischen Inhalts, Hamburg 1842.

[15]    Carl-Hans Hauptmeyer: Der Raum Hannover im entstehenden Internationalen System, in Ders. Hg.: Han­nover und sein Umland in der frühen Neuzeit, Bielefeld 1994 = Hannoversche Schriften zur Regional- und Lokalgeschichte Bd. 8, S. 215 - 230.

[16]    Hanno Beck Hg.: Alexander von Humboldts Reise durch’s Baltikum nach Rußland und Sibirien 1829, 2. Darmstadt 1984, S.37.

[17]    Astolphe de Custine: Russische Schatten. Prophetische Briefe aus dem Jahr 1839, dt. Nördlingen 1985, S. 430 f. (vgl. auch zu den Gründen, aus denen er nicht wie geplant über Warschau zurückkehrte, ebda. S. 431 f.).

[18]    Hans-Jürgen Bömelburg: “Polnische Wirtschaft”. zur internationalen Genese und zur Realitätshaltigkeit der Stereotypie der Aufklärung, in: Hans-Jürgen Bömelburg, Beate Eschment Hg.: “Der Fremde im Dorf”. Überle­gungen zum Eigenen und zum Fremden in der Geschichte. Rex Rexheuser zum 65, Geburtstag. Lüne­burg 1998, S. 231 - 248.

[19]    Zitiert ebda. S. 233 und S. 236.

[20]    Hasso von Zitzewitz: Das deutsche Polenbild in der Geschichte, 2. Köln 1992, bes. S. 142-227; Hendrik Feindt: Studien zur Kulturgeschichte des deutschen Polenbildes 1848 - 1939, Wiesbaden 1995; vgl. Gün­ter Berndt u.a. Hg.: Polen - ein Schauermärchen oder Gehirnwäsche für Generationen, Reinbeck 1971.

[21]    Gustav Freytag: Soll und Haben, 95.Auflage Leipzig 1918, Bd.2, S.1 und 25.

[22]    Ebda. Bd.1 S. 383

[23]    Ebda. Bd. 2 S.392.

[24]    C. Viebig: Das schlafende Heer, 7. Aufl. Berlin 1904, S. 2.

[25]    Zum aktuellen Deutschlandbild in den Niederlanden vgl. Ursula A. Becher Hg.: Grenzen und Ambivalen­zen, Analysen zum Deutschlandbild in den Niederlanden und in niederländischen Schulbüchern = Schrif­ten­reihe des Georg Eckert Instituts Bd. 87, Frankfurt 1996.

[26]    H. Mertens-Westphalen: Der Deutsche und Hollandgänger in den Kluchtspielen des 17. und 18. Jahrhun-­derts; ders, in A.Eiynck u.a.Hg.: Wanderarbeit jenseits der Grenze, Assen 1993, S. 52-59;Zitat ebda. S.56.

[27]    Ebda. S. 57.

[28]    Vgl. Ernst Josef Krzywon: Heinrich Heine und Polen, Köln 1972, S. 324-331.

[29]    Die folgenden vergleichenden Überlegungen beruhen auf den Beiträgen zu Nolte, Migrationen. und denen zu Klaus J. Bade Hg: Deutsche im Ausland, Fremde in Deutschland, München 1992, S. 231 - 271. und S. 295 - 331.

[30]    Hermann Diederiks: Deutsche Arbeitsmigranten in den Niederlanden, in Nolte:Migrationen S. 41-51.

[31]    Franz Bölsker-Schlicht: Deutsche Saisonarbeiter in den Niederlanden bis zum 19.Jahrhundert, in Nolte Migrationen S. 52-66;vgl.Ders.: Die Hollandgängerei im Osnabrücker und im Emsland, Sögel 1987.

[32]    Adelheid von Saldern: Polnische Arbeitsmigranten im Deutschen Kaiserreich-Menschen zweiter und drit­ter Klasse, in Nolte Migrationen S. 102-113. Vgl.Ulrich Herbert: Geschichte der Ausländerbeschäftigung in Deutschland 1880-1980, Berlin/Bonn 1986.

[33]    Grundlegend Christoph Kleßmann: Polnische Bergarbeiter im Ruhrgebiet Göttingen 1978; mit der neueren Literatur von Saldern wie Anm. 26.

[34]    Dies “borussische” Geschichtsbild galt auch gegenüber den kleinen und ständisch bestimmten Territorien des Heiligen Römischen Reiches, wurde aber hier nicht rassistisch überhöht. Vgl. Thomas Schwarze: Die Entste­hung peripherer Räume in Deutschland, Regionale Images in der Spätphase des Alten Reiches, Münster 1995 = Münstersche Geographische Arbeiten Nr. 38.

[35]    A. Eiynck: Krüppelfuhren, in Eiynck Wanderarbeit a.a.O. S. 60 - 71.

[36]    Zur Frage der Kontinuität zwischen ”gentes” und ”nationes” Almut Bues, Rex Rexheuser Hg.: Mittelalter­-liche nationes - neuzeitliche Nationen. Probleme der Nationenbildung in Europa. Wiesbaden 1995.; Peter Moraw: Vom deutschen Zusammenhalt in älterer Zeit, in: Matthias Werner Hg.: Identität und Geschichte, Weimar 1997, S. 27 - 60.

[37]    Miroslav Hroch: Social Preconditions of National Revival in Europe, Cambridge 1985; Ders.: V narodním zájmu, Prag 1996; Milos Reznick, Ivana Slezakova Hg.: Nations - Identities - Historical Con­sciousness. Vol. dedicated to M. Hroch, Prag 1997.

[38]    Karl W. Deutsch: Nationenbildung - Nationalstaat - Integration, dt. Düsseldorf 1972.

[39]    Benedict Anderson: Die Erfindung der Nation, dt. Frankfurt 1988.

[40]    Vgl. zur Konfiguration des deutschen Nationalbewußtseins Norbert Elias: Studien über die Deutschen, 2. Frankfurt 1994, S. 8 - 29; gerade auch zum Vergleich Niederlande-Deutschland.

[41]    Feindt a.a.O. S. 20 - 22.

[42]    Vgl. Liah Greenfield: Nationalism in Western and Eastern Europe Compared, in Stepen E. Hanson Will­fried Spohn Eds.; Can Europe work? Germany and the reconstruction of Postcommunist Societies, Seattle 1995, p.15 - 23; Hans-Heinrich Nolte: Nachholende Nationsbildung in Mittel- und Osteuropa, in Com-­parativ 4 (1994) Heft 2 S. 107-121; ausführlicher Ders.: »Spónione« narody w Europie rodkowej i Wschodniej, in Przegld Zachodni 1995,1 S. 35 - 52.

[43]    Klassisch Martin Broszat: Zweihundert Jahre deutsche Polenpolitik, Frankfurt 1972.

[44]    Willfried Spohn: United Germany as the Renewed Center in Europe: Contimuity and Change in the Ger­man Question, Hanson wie Anm. 33, p. 79-128; Hans-Heinrich Nolte: Die zweimal gescheiterte Welt­macht, in Dietrich Heimann Hg.: Weltmacht Deutschland? Bremen 1996, S. 42 - 62.

Inhaltsübersicht

1. Arbeitsmigrationen an den wandernden Grenzen zur Halbperipherie

2. „Westfälische Wüsteneien“

3. “Sperlinge auf den Bäumen”

4. Entwicklungsdifferenzen und sozialer Hochmut

Impressum zu diesem Aufsatz:

Internet Publikation nach der Buchpublikation: Lothar Nettelmann, Hrsg.: Europäische Umbrüche in deutsch-polnischer Perspektive. Reflexionen zur Entwicklungsdynamik in Mitteleuropa. Beiträge des Symposions »Politik und Wirtschaft in Polen – ein Beitrag zur politischen Bildung« der Deutsch-Polnischen Gesellschaft Hannover e.V. und der Niedersächsischen Landeszentrale für Politische Bildung im April 1999. Schriftenreihe des UNESCO-Clubs für die UNESCO-Schule am Maschsee, Bismarckschule Hannover, e.V., ISSN 0945-1536: Sonderheft 1 / 2001.  Texte aus der Arbeit der Deutsch-Polnischen Gesellschaft Hannover e.V. Hannover 2001, 104 S., A 4, kart. - Durchgesehen Fassung. Alle Rechte vorbehalten. Verwendung im Schul- und Bildungsbereich zugestanden. Jede weitere Verwendung nur mit ausdrücklicher Zustimmung des Herausgebers, UNESCO-Club für die UNESCO-Schule am Maschsee, Bismarckschule Hannover, e.V. –

Internetpublikation 27.07.2009

Verantwortlich: Gerhard Voigt, OStR i.R.

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